Alevitische Feste und Andachten

 

Muharrem-Fasten

  • Aleviten setzen das Fasten mit Kerbela, Fasten und Trauer gleich.
  • Das Fasten ist Gedenken an die zwölf Imame und an das Massaker von Kerbala.-> Im Jahre 680 hatten Yezits Truppen, Imam Hüseyin mit seinen 72 Gefolgsleuten getötet, nachdem sie drei Tage lang in der Wüste vom rettenden Wasser abgeschnitten worden waren.
  • Um seinen Leidensweg nachzuempfinden, wird bei der Trauer gefastet und Enthaltsamkeit ausgeübt. Das Fasten ist keine Pflicht, aber je nach körperlicher Verfassung und persönlichen Umständen dauert es zwölf Tage im Trauermonat Muharrem.
  • Streitigkeiten werden vermieden, keinem Lebewesen wird Leid zugefügt, auch die Natur wird dementsprechend behandelt. In dieser Zeit werden keine Feste (Hochzeiten etc.) gefeiert.
  • Höhepunkt des Fastens ist der Aşure-Tag. Nach 12-tägigem Muharrem-Fasten wird eine Süßspeise (Aşure, im deutschen auch Noahsuppe gennant) aus zwölf Zutaten gekocht, wobei jede Zutat einen Imam symbolisiert.
  • Das Fasten wird mit dem Einnehmen des Aşure gebrochen und als Symbol der Dankbarkeit unter Bekannten, Verwandten und Nachbarn verteilt und gemeinsam gegessen.

Hizir Fasten

  • Jedes Jahr wird die zweite Februarwoche als die „Woche von Hızır" gefeiert. Hızır ist ein Heiliger und Schutzpatron. Er kommt allen in der Not zur Hilfe. Er wird mit den Worten „Eile herbei Hızır!" gerufen.
  • Aleviten glauben daran, dass die Heiligen Brüder Hızır und Ilyas als Propheten gelebt und das so genannte „Wasser zur Unsterblichkeit" getrunken haben, um den Suchern und Wanderern auf dem mystischen Pfad zu helfen.
  • Nach diesem Glauben kommt Hızır am Land und Ilyas auf dem Meer zur Hilfe. Sie helfen allen bzw. retten alle, die in Not geraten sind und „von ganzen Herzen" um Hilfe rufen.
  • Sie bringen den Menschen Glück und Wohlstand.
  • Nach einer Erzählung soll Hızır das erste Mal von Gefährten Noahs zur Hilfe gerufen worden sein und das mit Menschen voll beladene Schiff bei der Seekatastrophe geschützt haben. -> Nachdem das Schiff die dreitägige Katastrophe überstanden hatte, sollen die Geretteten drei Tage lang gefastet haben, um Hızır ihre Dankbarkeit zu beweisen.

Das Opferfest

  • Es erinnert an die Geschichte des Propheten Ibrahim (Abraham) und seine Bereitschaft seinen Sohn Ismail zu opfern.
  • Als Gott seine Bereitschaft und sein Vertrauen sah, gebot er ihm Einhalt, und Abraham und sein Sohn opferten daraufhin voller Dankbarkeit im Kreis von Freunden und Bedürftigen ein Tier.
  • Zur Erinnerung schlachten finanzstarke Familien in der Türkei ein Schaf nach bestimmten Ritual und teilen es mit der Familie oder Nachbarn.
  • Aleviten feiern dieses Fest eher mäßig und schlachten nicht immer ein Tier. ->Sie zeigen ihre Dankbarkeit und Opferbereitschaft auch durch andere Dienste z.B. in einem CEM-Gottesdiens.

 

Mitglied der Alevitischen Gemeinde Deutschland